Behandlung von Durchfall

  1. Inhaltsangabe:
  2. > Durchfall selbst behandeln
  3. > Wann zum Arzt?
  4. > Medikamente gegen Durchfall

Durchfall selbst behandeln

Durchfall ist oftmals unkompliziert und kann zu Hause durch Selbstmedikation behandelt werden.

Milchsäurebakterien helfen der Darmflora

Bei unkomplizierten Durchfallerkrankungen ist ein Wiederaufbau der Darmflora mit Milchsäurebakterien (Lactobazillen) das Mittel der Wahl. Entsprechende Präparate mit hoch dosierten Kulturen sind in der Apotheke erhältlich. Zu nennen sind hier beispielsweise:

  • Bactisubtil
  • Symbioflor
  • Mutaflor

Diese Präparate unterstützen und regulieren die Darmflora und hemmen außerdem das Eindringen von Keimen in die Darmzellen.

Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt mit Elektrolyten ausgleichen

Das Wichtigste bei einer Erkrankung an Durchfall ist der rasche Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolythaushaltes. Am sichersten gelingt dies durch Einnahme von Rehydrationslösungen aus der Apotheke. Sie sind in Pulverform in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich und schmecken auch Kindern. Das Pulver wird in Wasser aufgelöst und der Patient nimmt somit Flüssigkeit und Elektrolyte gleichzeitig und im passenden Verhältnis zu sich. Zu den Präparaten der Rehydratation zählen unter anderem:

  • Oralpädon
  • Aplona
  • Elotrans

Die in den Produkten enthaltenen Wirkstoffkombinationen aus Kochsalz, Traubenzucker sowie Natrium- und Kaliumcitrat führen dem Körper wichtige Salze und Elektrolyte zu. Damit wird die natürliche Regeneration unterstützt.

Elektrolytlösung selbst zu Hause machen

Notfalls kann die Lösung auch, an ein Rezept der WHO angelehnt, hergestellt werden. Dazu mischt der Betroffene folgende Zutaten in einen Liter abgekochtes und abgekühltes Trinkwasser:

  • ¼ Teelöffel Salz (entspricht ca. 2,6 g Natriumchlorid)
  • 2 Esslöffel Zucker oder Honig (entspricht 13,5 g Glucose)
  • ¼ Teelöffel Backpulver (entspricht 2,9 g Natriumcitrat)
  • ½ Tasse Orangensaft oder 1-2 zerdrückte Bananen (entspricht 1,5 g Kaliumchlorid).

Da diese Mischung nicht exakt dosierbar ist, wird sie nicht für Kinder unter fünf Jahren empfohlen. Der gleichzeitige Ausgleich von Wasser und Elektrolyten ist sehr wichtig, da beide im Stoffwechsel eng verzahnt sind.

Wann zum Arzt?

Verschwindet Durchfall nach einigen Tagen nicht von selbst wieder oder treten zusätzliche Beschwerden auf, muss die Selbstmedikation gestoppt und ein Arzt aufgesucht werden.

Durchfall länger als drei Tage

Wenn Durchfall länger als drei Tage andauert und es dem Betroffenen zunehmend schlechter geht, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Darüber hinaus sollte die Ursachen des Durchfalls auch in folgenden Fällen von einem Arzt abgeklärt werden:

  • Durchfall wird von Fieber und länger anhaltenden Bauchschmerzen begleitet
  • der Stuhl ist blutig, enthält Schleim oder Eiter
  • wenn der Durchfall länger als drei Tage andauert (trotz Selbstmedikation); wenn es sich um Durchfall handelt, der nicht blutig ist bzw. keine fieberhaften Beschwerden auftreten, sind auch fünf Tage vertretbar
  • Durchfall wird von wiederholtem Erbrechen begleitet
  • wenn abwechselnd Verstopfung und Durchfall auftreten
  • bei Anzeichenen einer beginnenden Austrocknung (trockener Mund, wenig und dunkler Urin, Benommenheitsgefühl, was auf Kreislaufprobleme hindeutet – dem Körper fehlt Wasser und Sie sollten umgehend Flüssigkeit zuführen)
  • bei einer zuvor angetretenen Fernreise
  • bei Kindern unter zwei Jahren sowie Schwangeren und älteren Menschen

Medikamente gegen Durchfall

Für die medikamentöse Behandlung von Durchfall stehen verschiedene Präparate zur Verfügung.

Schnelle Hilfe gegen Durchfall mit Loperamid

Loperamid wirkt, indem es die Peristaltik (Darmbewegung) verlangsamt. Da die Krankheitserreger so länger im Körper verbleiben, ist diese Therapie nur mit Vorsicht einzusetzen und darf nicht bei blutigem oder fieberhaftem Durchfall angewendet werden. Generell eignet sich Loperamid, um Durchfall schnell und vorübergehend zu stoppen (z.B. auf einer Urlaubsreise, bis der nächstgelegene Arzt erreicht ist), nicht aber als Dauertherapie.

Kinder unter zwei Jahren dürfen nicht mit Loperamid behandelt werden. Aufgrund der noch nicht vollständig ausgebildeten Blut-Hirn-Schranke kann das Medikament in das zentrale Nervensystem vordringen und dort die Atmung hemmen. Grundsätzlich sollte das Präparat auch bei Kindern unter zwölf Jahren nicht eingesetzt werden.