Durchfall – Störungen des Darms

ToiletteDurchfall wird auch als Diarrhö bezeichnet und definiert sich als ungeformter bis wässriger Stuhl, der häufiger als drei Mal täglich auftritt. Ein einmaliger dünner Stuhlgang ist noch kein Grund zur Sorge. Leidet ein Mensch aber öfter als drei Mal pro Tag an dünnem bis wässrigem Stuhl, wird die Symptomatik in der Medizin als Durchfall oder Diarrhö bezeichnet. Mit akutem Durchfall reagiert der menschliche Körper (und auch der Körper vieler Tiere) auf das Eindringen von Krankheitserregern. Der Magen-Darm-Trakt ist aus dem Gleichgewicht geraten und reinigt sich nun von Viren, Bakterien oder Giftstoffen. Durchfall kann zu diesem Zweck von Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen begleitet sein.

Akuter und chronischer Durchfall

Im Normalfall legt sich Durchfall nach wenigen Tagen wieder und wird somit als „akut“ bezeichnet. Setzt sich die Erkrankung aber nach nur kurzer Pause fort, oder besteht für länger als zwei Wochen, ist der Durchfall „chronisch“. In diesem Fall ist eine ärztliche Abklärung dringend angezeigt, um einer Organerkrankung oder allergischen Problematik nachzukommen.

Entstehung von Durchfall – Die Ursachen sind vielfältig

Am häufigsten werden akute Durchfallerkrankungen durch Viren ausgelöst. Rotaviren und Noroviren sind bekannte Beispiele und lösen besonders im Winter ganze Epidemien in Deutschland aus. Sie werden per Schmierinfektion übertragen. Besonders Rotaviren können für Stunden auf Oberflächen wie Türklinken oder Handläufen an Rolltreppen überleben. Virale Durchfälle sind selbstlimitierend und werden nur symptomatisch behandelt.

Bakterien und Einzeller als mögliche Ursache für Durchfall

Eine weitere infektiöse Ursache für akute Diarrhö sind Bakterien und Protozoen (Einzeller wie zum Beispiel Amöben oder Plasmodien, die Erreger der Malaria). Bakterien werden häufig über verunreinigtes Trinkwasser oder verdorbene Lebensmittel aufgenommen. Salmonellen im Tiramisu mit rohen Eiern sind ein bekanntes Beispiel. Die Inkubationszeit ist kurz. Schon wenige Stunden nach der Infektion mit Bakterien treten die ersten Durchfälle auf, die durchaus blutig sein können. In diesem Fall ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, der gegebenenfalls eine antibiotische Therapie verordnet und weitere Untersuchungen veranlasst.

Protozoen werden entweder durch Schmierinfektion, verunreinigte Lebensmittel oder, im Fall der Malaria, durch Moskitos übertragen. Da es sich um Tropenkrankheiten handelt, treten sie in Deutschland nur nach dem Auslandsaufenthalt eines Betroffenen auf.

Weitere Ursachen für Durchfall

Durchfall hat auch nichtinfektiöse Ursachen. Psychisch belastende Stresssituationen wie Prüfungen, Angst allgemein oder Klimaveränderungen können Diarrhö auslösen. Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika, Genussmittel wie Alkohol und falsche Ernährung stehen ebenfalls damit in Zusammenhang. Organische Erkrankungen wie Morbus Crohn äußern sich genauso über Durchfall wie Lebensmittelunverträglichkeiten.

Ursachen akut | Ursachen chronisch

Durchfall bei Babys, Kleinkindern und Kindern

Da das Immunsystem von Säuglingen, Kleinkindern und Kindern noch nicht vollständig aufgebaut ist, sind sie anfälliger für Infektionen als Erwachsene. Je kleiner die Kinder sind, desto schneller trocknen sie bei Durchfall aus. Ein akuter Gewichtsverlust von fünf bis zehn Prozent kann lebensbedrohlich sein und kleine Kinder mit Durchfall gehören immer in kinderärztliche Betreuung. Alarmzeichen der kleinen Patienten hierfür sind:

  • Apathie
  • wenig bis kein Urin in der Windel
  • trockene Schleimhäute
  • eingesunkene Augen
  • bei Säuglingen eine eingesunkene große Fontanelle

Rota-Virus in 70% der Fälle Auslöser für Durchfall

In der Kinderklinik wird die Austrocknung (Dehydratation) mit einer altersentsprechenden Infusionstherapie wieder ausgeglichen. In Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen verbreiten sich besonders Viren rasend schnell. In Deutschland werden über 70 Prozent der Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern von Rotaviren verursacht. Das Rotavirus verursacht Durchfall und Erbrechen und zeigt bei Kindern und alten Menschen aggressive Verläufe mit vereinzelten Todesfällen. Die Möglichkeit einer Schluckimpfung besteht nur für Säuglinge und wird momentan für Babys empfohlen, die in Gemeinschaftseinrichtungen betreut werden.

Seit Einführung der Impfung ist die Anzahl der Erkrankungen stark zurückgegangen. Auch die Anzahl der Kinder, die wegen einer Infektion mit Rotaviren stationär im Krankenhaus betreut werden musste, ist deutlich gesunken.

Behandlung von Durchfall bei Kindern |

Was hilft bei Durchfall?

Durchfall ist in erster Linie eine gesunde Reaktion des Körpers, um Krankheitserreger und Giftstoffe loszuwerden. In den meisten Fällen, vor allem bei den häufig auftretenden viralen Infektionen, normalisiert sich die Darmtätigkeit von allein. Die Behandlung des Patienten besteht darin, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen und durch schonenden Nahrungsaufbau die Heilung des erkrankten Darms zu unterstützen. Neben Tee mit Zucker und Salzgebäck gibt es auch Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Sie sind besonders für Kinder empfehlenswert. Eine rasche, aber dennoch natürliche Therapie bei Durchfall ist der Einsatz von Lactobazillen (Milchsäurebakterien). Sie wirken direkt im Darm und schützen dort die Zellen. Sie helfen beim Wiederaufbau der Darmflora und verdrängen so Krankheitskeime.

Präparate zur Hemmung der Darmtätigkeit nur sparsam anwenden

Weniger geeignete Medikamente sind Motilitätshemmer wie Loperamid, welche die beschleunigte Darmtätigkeit verlangsamen. Sie behindern so die rasche Ausscheidung der krankmachenden Keime, was besonders bei Kindern fatale Folgen haben kann. Als Notfallmedikamente für Erwachsene sind diese aber durchaus hilfreich.

Detaillierte Informationen über die Behandlung von Durchfall erhalten Sie unter dem entsprechenden Menüpunkt.

Durchfall bei Hund und Katze

Zu vielen Familien gehören nicht nur Eltern und Kinder, sondern auch Hund, Katze und Kaninchen. Was ist zu tun, wenn die Vierbeiner Durchfall haben? Haustiere sind manchmal schwieriger zu beaufsichtigen als Babys und fressen schnell Dinge, die nicht gut für sie sind. Aber auch Infektionen mit Würmern oder Nahrungsumstellungen können zu Durchfall bei Tieren führen. Oft lässt sich die Ursache für die Erkrankung nicht genau abklären. Bei ausgeprägtem Durchfall müssen alle Patienten zum Tierarzt. Tierkinder sind, genau wie Menschenkinder, schnell von Austrocknung (Dehydratation) bedroht. Hat der Tierarzt eine Diagnose gestellt, können Herrchen und Frauchen ihre Vierbeiner mit der entsprechenden Schonkost wieder aufpäppeln.

Infusionen gegen Austrocknung

Wie bei Menschen werden Elektrolytlösungen eingesetzt, die bei Tieren allerdings ins Futter gemischt werden. Bei starkem Durchfall verordnet der Tierarzt eine Infusionsbehandlung, zum Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts. Katzen- und Hundebesitzern wird empfohlen, ihre Tiere impfen zu lassen und sie regelmäßig zu entwurmen. Einigen Durchfallerkrankungen kann so vorgebeugt werden.

Informieren Sie sich dazu im Detail unter dem Menüpunkt Durchfall bei Haustieren.